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Tailored Orbitals - neues Verfahren
für rotationssymmetrische Bauteile

Mit den sogenannten "Tailored Orbitals" hat ThyssenKrupp
Steel das Prinzip der bekannten Tailored Blanks auf rotationssymmetrische
Bauteile übertragen. Derzeitiges Einsatzgebiet für die
Technik sind Stoßdämpferkomponenten, denkbar sind aber
auch Anwendungen bei Motor, Getriebe, Kupplung, Lenkung, Abgassystem
und Fahrwerk. Das Prinzip: Vormaterialien aus unterschiedlichen
Werkstoffen in verschiedenen Dicken oder Beschichtungen werden
per Laserschweißen zu einem Bauteil verbunden, je nach Anwendung
mit Vorteilen bei Kosten, Gewicht und Funktion.
Die
Entwicklung der neuen Technik geht zurück auf eine Anforderung
an den Stoßdämpferhersteller ThyssenKrupp Bilstein,
ein optimales Fertigungsverfahren für Stoßdämpfer
der aktuellen Mercedes-Benz-A-Klasse zu finden. Diese Dämpfer
verfügen über
ein System, das je nach Radhub zwischen harter und weicher Dämpfung
wechseln kann. Diese amplitudenselektive Dämpfung beruht auf
einem im oberen Bereich der Kolbenstange angebrachten Gehäuse,
in dem sich ein beweglicher Kolben mit Elastomerbauteilen befindet.
Der Kolben löst den
Wechsel zwischen weicher und harter Dämpfung aus.
Das Tailored-Orbital-Verfahren
bot bei dieser Anwendung deutliche Vorteile gegenüber einer
möglichen Schraubverbindung, die zuviel Bauraum benötigt
hätte. Stärken des Verfahrens sind außerdem hohe
Prozesssicherheit, geringe Herstellkosten, kurze Taktzeiten und
ein geringer Wärmeeintrag. Dadurch sind Schweißverbindungen
in der Nähe des hitzeempfindlichen Elastomerbauteils möglich,
ohne es zu beschädigen.
Die ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH
produziert in Mandern inzwischen auch Tailored Orbitals für
den Porsche 911 und den Porsche Boxster. Weitere Projekte - nicht
nur für Stoßdämpfer - stehen vor der Umsetzung.
Die drei Fertigungsanlagen sollen demnächst durch weitere
vollautomatisierte Anlagen ergänzt werden, welche die Bauteile
mit noch kürzeren Taktzeiten erzeugen können. Auch bei
diesem Anlagentyp mit einer patentierten Verfahrenstechnologie
steckt das für den Prozess ausschlaggebende Know-how im automatisierten
Zusammenbau der Komponenten bei gleichzeitigem Laserschweißen.

Im Tailored-Orbitals-Verfahren werden rotationssymmetrische
Bauteile per Laserschweißen zu einem Bauteil verbunden.
Quelle: Sonderausgabe ATZ und MTZ Januar 2007
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